Versuch 6.1:
Spannungsquellen
1
Gegenstand des Versuchs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-2
2
Zielsetzung des Versuchs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-2
3
Anleitung: Multimeter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-2
3.1
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-2
3.2
Bedienelemente des Multimeters . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-2
4
Theoretische Grundlagen: elektrische Energiequellen . . . . . . . . . . 6.1-4
4.1
Ideale Strom- und Spannungsquelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-4
4.2
Quelle mit Innenwiderstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-4
4.3
Reale Quelle
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-5
5
Vorbereitung zum Versuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-7
5.1
Fragen zur Versuchsvorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-7
5.2
Einfhrung in elektrische Messungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-7
5.3
Spannungsmessger¨
at . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-7
5.4
Strommessger¨
at . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-7
5.5
Grafische Methode zur Bestimmung der Belastungscharakteristik . . . . . 6.1-8
6
Versuchsdurchf¨
uhrung
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-8
6.1
Erl¨
auterungen zum Steckbrett
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-8
6.2
Teilversuch 1: Messung des Innenwiderstandes einer Quelle . . . . . . . . 6.1-8
6.3
Teilversuch 2: Parallel und Reihenschaltung von Quellen mit Innenwider-
stand
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-9
6.4
Teilversuch 3: Spannungs-Stromkennlinie einer Solarzelle . . . . . . . . . . 6.1-10
7
Fragen zum Versuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1-12
6.1-1
1. Gegenstand des Versuchs
Versuch 6.1: Spannungsquellen
1
Gegenstand des Versuchs
Jede elektrische Anlage braucht f¨ur ihre Funktion elektrische Energie. In diesem Versuch
soll ein Einblick in die elementaren elektrischen Energiequellen gew¨ahrt werden. Ideale und
nichtideale Strom- und Spannungsquellen sind Bestandteil dieses Versuches. Das Experi-
ment vermittelt den Umgang mit elementaren elektrischen Messger¨aten, sowie Kenntnisse
bez¨uglich der entsprechenden Messmethoden.
2
Zielsetzung des Versuchs
Ziel des Versuches ist es, reale Strom- und Spannungsquellen in elektrischen Schaltungen
kennenzulernen. Die Batterie wird als reale elektrische Energiequelle betrachtet. Die Ar-
beitspunkte von Parallel- und Reihenschaltung von zwei realen Spannungsquellen werden
grafisch ermittelt und durch Messung verifiziert. Als Beispiel f¨ur eine moderne, umwelt-
vertr¨agliche Energiequelle wird eine Solarzelle n¨aher untersucht.
3
Anleitung: Multimeter
3.1
Einleitung
Digitale Multimeter haben aufgrund der Universalit¨at und der kosteng¨unstigen Herstel-
lung analoge Messger¨ate weitgehend verdr¨angt. Durch integrierte Schaltungstechnik sind
die realen Innenwiderst¨ande n¨aher an den f¨ur die entsprechendende Messung idealen In-
nenwiderst¨anden (insbesondere bei Spannungsmessungen). Die Technischen Spezifikatio-
nen des Multimeters machen Angaben zu den Innenwiderst¨anden und zu den Genauigkei-
ten der verschiedenen m¨oglichen Messvorg¨ange. Eine Ausfertigung dieser Spezifikationen
ist den Multimetern in den Versuchen beigelegt, so dass diese Informationen f¨ur Fehler-
betrachtungen zur Verf¨ugung stehen.
Die Vielzahl der M¨oglichkeiten eines Multimeters erfordert eine Erl¨auterung des Ger¨ates,
um eine Falschmessung bzw. eine Besch¨adigung des Ger¨ates auszuschließen. Machen Sie
sich aus diesem Grund bitte vor der Messung mit den Einstellungen und der Bedienung
des Ger¨ates vertraut, um eine z¨ugige Durchf¨uhrung des Praktikums zu gew¨ahrleisten. Es
erspart Ihnen viel Zeit beim Praktikumstermin.
3.2
Bedienelemente des Multimeters
Das im Praktikum verwendete Multimeter ist ein AM85 der Firma Amprobe. Prinzipiell
unterscheiden sich Multimeter in der Bedienung f¨ur die Grundfunktionen kaum vonein-
ander, sodass diese Anleitung auch f¨ur andere Multimetertypen sinngem¨aß verwendet
werden kann.
Das Multimeter besitzt auf der Vorderseite eine Anzeige, in der der Messwert sowohl in
Ziffern, als auch in einer dar¨uber liegenden Balkenanzeige dargestellt wird. Neben dem
Messwert wird auch der Modus angezeigt, in dem das Ger¨at zur Zeit arbeitet. Unter der
Anzeige sind vier Taster angeordnet. Sie haben folgende Funktion (von links nach rechts):
6.1-2
Versuch 6.1: Spannungsquellen
3. Anleitung: Multimeter
Einschalten der Hintergrundbeleuchtung (verlischt nach einigen Sekunden)
Halten des aktuellen Datenwertes (invertiertes H erscheint in der Anzeige, um weiter
zu messen muss die Haltefunktion durch erneutes Dr¨ucken ausgeschaltet werden)
Umschalten des Messbereiches von automatischer Bereichswahl auf manuelle Be-
reichswahl (der Messbereich wechselt durch jeweils kurzes Dr¨ucken zyklisch, durch
langes Dr¨ucken kehrt das Ger¨at in die automatische Bereichswahl zur¨uck)
Umschalten vom Modus der automatischen Gleich/Wechselspannungs- bzw.
-stromerkennung
des
Multimeters
auf
den
Wechsel-
bzw.
Gleichspan-
nungs/strommodus (zyklischer Wechsel durch Dr¨ucken)
Darunter ist ein Drehschalter angeordnet. Er hat in den entsprechenden Positionen fol-
gende Funktion (von links nach rechts):
Ausschalten (Bitte nach der Versuchsdurchf¨uhrung unbedingt wieder ausschalten!)
Spannungsmessung (maximal 600V)
Widerstandsmessung
Durchgangspr¨ufung und Diodentest (nicht ben¨otigt im Rahmen dieses Praktikums)
Messen mit einer Stromzange (nicht ben¨otigt im Rahmen dieses Praktikums)
Strommessung µ (maximal 3,2mA)
Strommessung mA (maximal 320mA)
Strommessung A (maximal 10A)
Temperaturmessung (nicht ben¨otigt im Rahmen dieses Praktikums)
Unter dem Drehschalter sind vier Buchsen angebracht. Dabei ist die schwarze Buchse
unten rechts (COM) das Bezugspotential f¨ur die Messung, an ihr wird die schwarze Leitung
angeschlossen. F¨ur den Abgriff des Messwertes bezogen auf den Bezugspunkt wird die rote
Leitung an die entsprechende rote Buchse angeschlossen:
F¨ur die Messung hoher Str¨ome (bis maximal 10A) dient ausschließlich die rote Buch-
se oben links (10A).
F¨ur die Messung von niedrigeren Str¨omen (bis 320mA) dient die rote Buchse unten
links (mA).
F¨ur die Messung von Widerst¨anden und Spannungen dient die rote Buchse oben
rechts (mehrere Symbole).
6.1-3
4. Theoretische Grundlagen: elektrische Energiequellen
Versuch 6.1: Spannungsquellen
Ist die Messleitung nicht in der der Drehschalterstellung entsprechenden roten Buchse,
so gibt das Messger¨at eine akustische Fehlermeldung (Piepton). Da diese Fehlermeldung
nur bei vollst¨andig eingef¨uhrtem Stecker (nur bei Steckern mit Ber¨uhrschutz) erfolgt,
entbindet diese Schutzfunktion Sie nicht von der Sorgfalt, den gew¨ahlten Messbereich mit
der korrekten Steckerkontaktierung zu ¨uberpr¨ufen und auf die zu erwartende Messgr¨oße
abzustimmen. Bei Zweifeln ¨uber die H¨ohe des zu messenden Messwertes ist stets der
h¨ochste Messbereich zu w¨ahlen (im Zweifelsfall bitte nachfragen).
Besondere Sorgfalt ist auf die richtige Verschaltung bei der Spannungs- und Strommessung
zu legen. Zum Beispiel f¨uhrt eine unbedachte Strommessung an einer Spannungsquelle oh-
ne Vorwiderstand in der Regel zu Str¨omen, die den maximalen Messbereich von 10A um
ein Vielfaches ¨uberschreiten. Es muss auch beachtet werden, dass f¨ur eine Widerstands-
messung keine zus¨atzliche Spannungsquelle bzw. Stromquelle im Messkreis notwendig ist.
Durch einen gewissenhaften Umgang und eine entsprechende Vorbereitung kann ein so
verursachter Defekt, der zu hohen Kosten und zu einem Zeitverlust w¨ahrend des Prakti-
kumsversuchs f¨uhrt, vermieden werden.
4
Theoretische Grundlagen: elektrische Energiequel-
len
Elektrische Energiequellen werden in Strom- und Spannungsquellen unterteilt. In der
Netztheorie werden ideale Strom- und Spannungsquellen betrachtet, welche in der Rea-
lit¨at nicht existieren. Unter bestimmten Voraussetzungen k¨onnen Quellen jedoch als ideal
betrachtet werden.
4.1
Ideale Strom- und Spannungsquelle
Eine ideale Spannungsquelle liefert eine Spannung, die unabh¨angig vom entnomme-
nen Strom ist. Der Innenwiderstand einer idealen Spannungsquelle ist null.
Eine ideale Stromquelle liefert einen Strom, der unabh¨angig von der anliegenden
Spannung ist. Der Innenwiderstand einer idealen Stromquelle ist unendlich groß.
4.2
Quelle mit Innenwiderstand
F¨ur eine bessere Beschreibung der realen Quellen wird ein Ersatzschaltbild mit einer
idealen Quelle und einem Innenwiderstand benutzt.
Spannungsquellen besitzen einen endlichen Innenwiderstand. Dieser Widerstand Ri
ist nach Abb. 1 in Reihe mit der idealen Spannungsquelle Ui geschaltet. Die Span-
nung an den Klemmen dieser Reihenschaltung h¨angt vom Strom Ib und der Belas-
tung Ua = Ui − Ri · Ib ab.
Stromquellen besitzen einen Widerstand Ri, der nach Abb.2 parallel zur idealen
Stromquelle Ii geschaltet ist. Der Strom, der von dieser Quelle erzeugt wird, h¨angt
von der Spannung Ua an den Klemmen und der Belastung Ia = Ii − Ua/Ri ab.
6.1-4
Versuch 6.1: Spannungsquellen
4. Theoretische Grundlagen: elektrische Energiequellen
Abb. 1: Schaltbild einer idealen Spannungsquelle mit innerem Widerstand
Abb. 2: Schaltbild einer idealen Stromquelle mit innerem Widerstand
4.3
Reale Quelle
Das Problem der Behandlung von idealen Quellen (I=∞ mit idealer Spannungsquelle und
Belastung mit einem Widerstand R =0
b
oder U=∞ mit idealer Stromquelle ohne Belas-
tung) l¨asst sich durch die Einf¨uhrung von Quellen mit einem Innenwiderstand umgehen.
Im allgemeinen sind Innenwiderst¨ande von realen Quellen nicht konstant. Diese h¨angen
von mehreren Faktoren ab, z.B. der Umgebungstemperatur und der Belastung, die spezi-
fisch f¨ur die Art der Quelle sind.
Elektrochemische Energiequelle (Batterie)
Die Batterie ist ein Beispiel f¨ur die direkte Umwandlung von chemischer Energie in elek-
trische Energie. Jede Batterie hat eine Kathode (positive Elektrode) und eine Anode (ne-
gative Elektrode). Beide sind von einem Elektrolyt umgeben, wie in Abb. 3 dargestellt. Im
Elektrolyt befinden sich bewegliche Ionen, die zu einer Leitf¨ahigkeit des Mediums f¨uhren.
Auf Grund einer reversiblen chemischen Reaktion tritt ein Potentialabfall an der Grenze
Elektrode - Elektrolyt auf. Wegen der Elektrodenmaterialeigenschaften sind diese Poten-
tialabf¨alle an den Grenzen Kathode-Elektrolyt und Anode-Elektrolyt nicht gleich. Daher
kommt es zu einem Potentialunterschied zwischen der Anode und der Kathode. Wenn eine
Belastung zwischen Anode und Katode angeschlossen wird, fließt ein elektrischer Strom.
Wenn eine Batterie wie ein Bauelement betrachtet wird, m¨ussen folgende Besonderheiten
beachtet werden:
Jede Batterie hat eine Begrenzung der Energiemenge. Die Menge der Energie einer
6.1-5
4. Theoretische Grundlagen: elektrische Energiequellen
Versuch 6.1: Spannungsquellen
Abb. 3: schematischer Aufbau einer Batterie
Batterie wird in mA·h oder A·h gemessen (z.B. einige A·h f¨ur eine Taschenlampen-
batterie).
Wegen der endlichen Elektrolytleitf¨ahigkeit hat jede Batterie einen Innenwiderstand
(wenige Ω f¨ur eine Taschenlampenbatterie). Der Wert des Widerstandes h¨angt von
der Belastung, der Betriebslaufzeit, der Temperatur usw. ab. Eine leere Batterie hat
einen gr¨oßeren Innenwiderstand als eine aufgeladene. Daher hat eine leere Batterie
bei Belastung eine geringere Spannung.
Die Spannung einer Batteriezelle kann zwischen 1,2 V und 1,7 V liegen und h¨angt
schwach von der Temperatur (wird gr¨oßer mit zunehmender Temperatur) und Be-
triebslaufzeit ab. Eine leere Batterie hat nur eine wenig geringere Leerlaufspannung
als eine geladene. Aus diesen Gr¨unden ist es schwer eine alte Batterie anhand der
Leerlaufspannung zu erkennen.
Solarzelle
Eine Solarzelle ist ein Element, das Lichtenergie direkt in elektrische Energie umwandeln
kann. Solarzellen bestehen in aller Regel aus Halbleitermaterialien. Bei zwei unterschied-
lich dotierten Halbleiterschichten entsteht an der Grenzschicht ein pn-¨ubergang. An die-
sem ¨
Ubergang baut sich ein inneres elektrisches Feld auf, das bei Lichteinfall zu einer La-
dungstrennung der freigesetzten Ladungstr¨ager f¨uhrt. Der Strom, der von einer Solarzelle
erzeugt wird, ist proportional zur Lichtintensit¨at. ¨uber die Klemme eines Solarelements
kann eine elektrische Spannung von etwa 0,5 V abgegriffen werden.
Netzteil
Ein Netzteil ist ein Bauelement, das elektrische Energie von einem ¨ubergeordneten Ver-
sorgungsnetz bezieht. Die Eigenschaften eines Netzteils h¨angen von der Anwendung ab,
f¨ur die das Netzteil vorgesehen ist. Daher kann es sowohl als Spannungs- als auch als
Stromquelle eingesetzt werden. Ein normales Labornetzteil ist spannungsstabilisiert und
6.1-6
Versuch 6.1: Spannungsquellen
5. Vorbereitung zum Versuch
hat einen begrenzten Strombereich. Dies bedeutet, dass sich diese Spannungsquelle in den
definierten Betriebsbereichen wie eine ideale Spannungsquelle verh¨alt.
5
Vorbereitung zum Versuch
Zur Durchf¨uhrung des Versuches geh¨ort eine gr¨undliche Vorbereitung. Dazu z¨ahlt im
einzelnen:
Das Kapitel Anleitung: Multimeter.
Das Kapitel Theoretische Grundlagen: elektrische Energiequellen.
Selbstverst¨andlich die Durcharbeitung dieser Versuchsanleitung.
Die Bearbeitung der Fragen zur Versuchsvorbereitung (Abschnitt 5.1) sind Voraus-
setzung zur Teilnahme am Versuch und werden vom Betreuer vor Beginn des
Versuches abgefragt!
5.1
Fragen zur Versuchsvorbereitung
1. Wenn eine Batterie eine hohe Belastung in kurzer Zeit erf¨ahrt, so kann die Leerlauf-
spannung danach ansteigen. Erkl¨aren Sie dies!
2. Eine lineare Spannungsquelle mit der Leerlaufspannung U hat einen Innenwider-
stand R. Welche maximale Leistung kann diese Spannungsquelle abgeben? Welcher
Belastungswiderstand ist f¨ur maximale Leistungsabgabe notwendig?
5.2
Einf¨
uhrung in elektrische Messungen
F¨ur genaue elektrische Messungen m¨ussen die Eigenschaften der Messger¨ate ber¨ucksichtigt
werden. Bei Gleichstrommessungen sollen nur die Kirchhoffschen Regeln und das Ohmsche
Gesetz betrachtet werden.
5.3
Spannungsmessger¨
at
Jedes Spannungsmessger¨at zeigt die Spannung an, die an seinen Klemmen anliegt. Die
Genauigkeit ist durch die Klasse des Ger¨ates gegeben. Durch jedes Spannungsmessger¨at,
das in Betrieb ist, fließt jedoch auch ein Strom. Dieser Messstrom kann zu großen Fehlern
f¨uhren.
5.4
Strommessger¨
at
Ein Strommessger¨at zeigt den Strom an, der durch das Ger¨at fließt. Seine Genauigkeit
ist gegeben durch die Klasse des Ger¨ates. Jedes Strommessger¨at hat auch einen Innen-
widerstand, der nicht null ist. Dieser Widerstand kann zu einem Spannungsabfall im
Strommessger¨at f¨uhren. Das kann zu Fehlern f¨uhren, die gr¨oßer sind als der Fehler, der
aus der Klassifizierung herr¨uhrt.
6.1-7
6. Versuchsdurchf¨
uhrung
Versuch 6.1: Spannungsquellen
5.5
Grafische Methode zur Bestimmung der Belastungscharak-
teristik
Abb. 4: Grafische Methode zur Bestimmung des Arbeitspunkts
Zur Bestimmung der Arbeitspunkte eines elektrischen Netzes gibt es eine einfache grafi-
sche Methode. Der Verlauf ’Quelle’ in Abb. 4 zeigt die Strom-Spannungskennlinie einer
Quelle. Diese Abh¨angigkeit ist linear, wenn die Quelle eine ideale Quelle mit Innenwider-
stand ist. Der Schnittpunkt des Verlaufes ’Quelle’ mit der ’U’- Achse ist die Leerlaufspan-
nung der Quelle. Der Schnittpunkt zwischen dem Verlauf ’Quelle’ mit der ’I’- Achse ist der
Kurzschlussstrom der Quelle. Der Verlauf ’Belastung’ ist eine Strom- Spannungskennlinie
einer Belastung. F¨ur einen Widerstand beispielsweise w¨are diese Kurve eine Gerade. Der
Schnittpunkt der Verl¨aufe ist der Arbeitspunkt.
6
Versuchsdurchf¨
uhrung
6.1
Erl¨
auterungen zum Steckbrett
Das Steckbrett, welches in nahezu allen Praktikumsversuchen verwendet wird, besteht
aus einem Raster von großen Buchsen (passend f¨ur die im Praktikum verwendeten Mess-
leitungen). Jede große Buchse ist von 4 kleinen Buchsen umgeben, mit denen sie leitend
verbunden ist. Die großen Buchsen untereinander sind jedoch NICHT leitend miteinan-
der verbunden, MIT AUSNAHME von Buchsen, die mit einer weißen Linie verbunden
sind (unterste und oberste Zeile des Steckbretts). Um zwei nebeneinanderliegende große
Buchsen zu verbinden, werden die zum Steckbrett zugeh¨origen Steckbr¨ucken in die sich
gegenberliegenden zugeh¨origen kleinen Buchsen gesteckt.
6.2
Teilversuch 1: Messung des Innenwiderstandes einer Quelle
Im ersten Teil des Versuchs werden zwei k¨unstlich eingebaute Innenwiderst¨ande und die
Leerlaufspannungen von zwei Batterien ermittelt. Wegen des eingebauten Widerstandes
6.1-8
Versuch 6.1: Spannungsquellen
6. Versuchsdurchf¨
uhrung
werden diese Quellen wie lineare Quellen betrachtet. F¨ur die Bestimmung des Innen-
widerstandes einer linearen Quelle ist eine Messung mit und ohne Belastung ausreichend
(Schaltplan in Abb.5). F¨ur eine h¨ohere Genauigkeit sollen drei Messungen mit unterschied-
lichen Belastungen f¨ur beide Batterien durchgef¨uhrt werden. Die Leerlaufspannungen wer-
den mit ge¨offnetem Taster gemessen. Die Spannung ¨uber der Last wird mit geschlossenem
Taster gemessen.
Abb. 5: Schaltplan zur Messung des Innenwiderstandes einer Quelle
F¨uhren Sie die Messungen durch und tragen Sie die Werte in die Tabelle ein. Berech-
nen Sie den Innenwiderstand. Die Belastungswiderst¨ande haben eine Toleranz von 5%
bezogen auf den Nennwert. Berechnen Sie jeweils die mittleren Innenwiderst¨ande f¨ur die
beiden Spannungsquellen. Nach allen Messungen berechnen Sie den systematischen Fehler,
unter der Annahme, dass die Toleranz des Belastungswiderstandes 5% bezogen auf den
Nennwert betr¨agt und der Messfehler des Multimeters 0,3% betr¨agt. (Hinweis: Anleitung
Multimeter bzw. Technische Spezifikationen des Multimeters.)
Nr. Belastung, Leerlaufspannung, Spannung ber Innenwiderstand, Messfehler,
[Ω]
[V]
Belastung,[V]
[Ω]
[Ω]
1
...
6.3
Teilversuch 2: Parallel und Reihenschaltung von Quellen mit
Innenwiderstand
In diesem Versuch werden Parallel- und Reihenschaltungen der Spannungsquellen mit In-
nenwiderst¨anden bei unterschiedlicher Belastung verglichen. Die Innenwiderst¨ande und
die Leerlaufspannungen der zusammengeschlossenen Quellen sollen ermittelt werden. Be-
rechnen Sie die Leerlaufspannungen und die Innenwiderst¨ande f¨ur die beiden Spannungs-
quellen aus Teilversuch 1. Danach berechnen Sie den Kurzschlussstrom f¨ur jede Span-
nungsquelle.
Bitte tragen Sie s¨amtliche Kennlinien in ein einziges Diagramm (DIN A4 Querformat)
ein. Folgende Kennlinien sollen in das Diagramm eingetragen werden:
Strom-Spannungskennlinien der Parallel- und Reihenschaltung
Kennlinien der Widerst¨ande R = 100Ω und R = 1kΩ
6.1-9
6. Versuchsdurchf¨
uhrung
Versuch 6.1: Spannungsquellen
Ermitteln Sie jetzt grafisch die Arbeitspunkte f¨ur die beiden Schaltungen.
Mit Hilfe der Schaltpl¨ane in Abb.6 und Abb.7 sollen jetzt die Arbeitspunkte experimentell
ermittelt werden. Bauen Sie die Schaltung nach Abb.6 auf. Messen Sie die Lastspannung
UL bei den Belastungen R=100Ω und R=1kΩ. Tragen Sie die gemessenen Werte auf die
Spannungs-Stromkennlinien der entsprechenden Widerst¨ande ein (R=100Ω und R=1kΩ).
F¨uhren Sie dieselben Messungen f¨ur die Schaltung nach Abb.7 durch und tragen Sie die
gemessenen Werte (Arbeitspunkte) auf den entsprechenden Kennlinien ein. Vergleichen
Sie die Messwerte und grafisch ermittelten Werte. Stimmen die grafisch ermittelten Werte
mit den experimentell gemessenen ¨uberein? Begr¨unden Sie eventuelle Abweichungen.
Abb. 6: Parallelschaltung der Spannungsquellen
Abb. 7: Reihenschaltung der Spannungsquellen
6.4
Teilversuch 3: Spannungs-Stromkennlinie einer Solarzelle
In diesem Teilversuch wird die Spannungs-Stromkennlinie f¨ur eine Solarzelle bei unter-
schiedlicher Beleuchtung ermittelt. F¨ur genaue Messungen werden in den meisten Experi-
menten nur k¨unstliche Lichtquellen verwendet. F¨ur diesen Versuch wird die in Abbildung
8 Schaltung verwendet. Mit einem Mehrgangpotentiometer (10 Umdrehungen) kann die
6.1-10
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