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Das arbeitnehmerorientierte Integrationskonzept der Bundesagentur für Arbeit (SGB II und SGB III) INTERN

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30.04.2009 – DR. MARKUS SCHMITZ, VERSION 4 . 0 PROJEKT WEITERENTWICKLUNG SGB II UND SGB III Leitkonzept Arbeitsvermittlung und Vermittlung von schwerbehinderten Menschen (Nicht-Reha) Inhaltsverzeichnis 1. Zielsetzung und Gegenstand des arbeitnehmerorientierten Integrationskonzepts ................................................................................ 4 1.1. Zielsetzung ....................................................................................... 4 1.2. Gegenstand...................................................................................... 4 1.3. Bedeutung für die beteiligten Akteure .............................................. 7 2. Das rechtskreisübergreifende Integrationskonzept der BA.............. 8 2.1. Das 4-Phasen-Modell der Integrationsarbeit.................................... 8 2.1.1. Erste Phase: Profiling durchführen ........................................ 9 2.1.2. Zweite Phase: Ziel festlegen................................................ 12 2.1.3. Dritte Phase: Strategie bzw. Strategiebündel auswählen .... 14 2.1.4. Vierte Phase: Umsetzen und Nachhalten ............................ 17 2.2. Die Schnittstellen des 4-Phasen-Modells....................................... 21 2.3. Der Produktkatalog für das 4-Phasen-Modell ................................ 25 3. Produkteinsatz und fachliche Führung im Rahmen der Integrationsarbeit ............................. 25 3.1. Produkteinsatz im Rahmen der Integrationsarbeit ...................... 25 3.2. Fachliche Führung im Rahmen der Integrationsarbeit ................ 26 4. Anlagen................................................................................................ 26
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Das arbeitnehmerorientierte

Integrationskonzept der Bundesagentur
fur Arbeit (SGB II und SGB III)

3 0 . 0 4 . 2 0 0 9 - D R . M A R K U S S C H M I T Z , V E R S I O N 4 . 0
I N T E R N
P R O J E K T W E I T E R E N T W I C K L U N G S G B I I U N D S G B I I I

Leitkonzept Arbeitsvermittlung und
Vermittlung von schwerbehinderten
Menschen (Nicht-Reha)


















Impressum

Zentrale der BA
Projekt Weiterentwicklung SGB II und SGB III - Teilprojekt Markt und Integration
Regensburger St. 104, 90478 Nurnberg



Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung
3 0 . 0 4 . 2 0 0 9 - D R . M A R K U S S C H M I T Z , V E R S I O N 4 . 0
I N T E R N
P R O J E K T W E I T E R E N T W I C K L U N G S G B I I U N D S G B I I I




Inhaltsverzeichnis
1. Zielsetzung und Gegenstand des arbeitnehmerorientierten
Integrationskonzepts ................................................................................ 4

1.1. Zielsetzung ....................................................................................... 4
1.2. Gegenstand ...................................................................................... 4
1.3. Bedeutung fur die beteiligten Akteure .............................................. 7
2. Das rechtskreisubergreifende Integrationskonzept der BA.............. 8
2.1. Das 4-Phasen-Modell der Integrationsarbeit .................................... 8
2.1.1. Erste Phase: Profiling durchfuhren ........................................ 9
2.1.2. Zweite Phase: Ziel festlegen ................................................ 12
2.1.3. Dritte Phase: Strategie bzw. Strategiebundel auswahlen .... 14
2.1.4. Vierte Phase: Umsetzen und Nachhalten ............................ 17
2.2. Die Schnittstellen des 4-Phasen-Modells ....................................... 21
2.3. Der Produktkatalog fur das 4-Phasen-Modell ................................ 25
3. Produkteinsatz und fachliche Fuhrung im Rahmen der
Integrationsarbeit ............................. 25

3.1. Produkteinsatz im Rahmen der Integrationsarbeit ...................... 25
3.2. Fachliche Fuhrung im Rahmen der Integrationsarbeit ................ 26
4. Anlagen ................................................................................................ 26



Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung
(c) Bundesagentur fur Arbeit
3




D a s r e c h t s k r e i s u b e r g r e i f e n d e I n t e g r a t i o n s k o n z e p t d e r B A
1. Zielsetzung und Gegenstand des arbeitnehmer-
orientierten Integrationskonzepts

1.1. Zielsetzung

Ein Referenzrahmen Das Integrationskonzept beschreibt das rechtskreisubergreifende Ge-
fur beide Rechts-
schaftsmodell fur die Integrationsprozesse in den Agenturen und Grundsi-
kreise
cherungsstellen mit der Zielstellung,
a) den gesetzlichen Auftrag und die darauf aufbauende geschaftspoliti-
sche Zielerreichung in den Rechtskreisen SGB II und SGB III zu un-
terstutzen und rechtskreisimmanente Fehlsteuerungsanreize zu ver-
meiden,
b) den Fuhrungskraften sowie den Vermittlungs- und Beratungsfach-
kraften ein Geschaftsprozessmodell zur Verfugung zu stellen, das ei-
ne systematische, qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Aufga-
benerledigung im Sinne der Zielerreichung und der Rechtmaigkeit
des Handelns sicherstellt sowie eine effektive fachliche Fuhrung uber
erhohte Transparenz und verbesserte operative Steuerbarkeit er-
moglicht,
c) fur die Burger ein professionelles und kundenorientiertes Dienstleis-
tungserleben zu gewahrleisten, das deren individuelle Problemlage
aufgreift und einer Losung zufuhrt.

1.2. Gegenstand

Leitplanken der In-
Das dem Integrationskonzept zugrunde liegende Geschaftsprozessmodell
tegrationsarbeit
beschreibt die zentral bereitgestellten Leitplanken der arbeitnehmerorientier-
ten Vermittlungsprozesse in ihrem Zusammenwirken mit den Schnittstellen-
partnern und den relevanten Rahmenbedingungen. Das Konzept definiert
die Mindestanforderungen, in deren Rahmen dann die Konkretisierung der
dezentralen Gestaltungsspielraume erfolgt. Es bietet Ausgangspunkt und
Anleitung fur ein fallangemessenes, individuelles Handeln. Erst durch die
richtige und situationsgerechte Weichenstellung der Vermittlungsfachkraft in
den einzelnen Phasen des Vermittlungsprozesses wird die eigentliche Wir-
kung im Sinne des gesetzliches Auftrags und der geschaftspolitischen Ziel-
Lernendes System
erreichung sichergestellt. Das Konzept ist daruber hinaus als lernendes Sys-
mit dezentraler Aus-
tem angelegt, so dass erfolgreich angewandte dezentrale Ausgestaltungsva-
gestaltungsmoglich- rianten der Leitplanken (erganzende Profiling-Dimensionen, erganzende
keit
Handlungsstrategien etc.) mit Hilfe der Regionaldirektionen regelmaig dar-
aufhin analysiert werden, ob eine Ubertragung fur die bundesweite Nutz-
barmachung sinnvoll erscheint, damit alle Akteure von den lokalen Innovati-
onspotenzialen profitieren konnen. Um Abhangigkeiten und Wechselwirkun-
gen zu verdeutlichen, wird das 4-Phasen-Modell im Gesamtkontext der ar-
beitnehmerorientierten Integrationsarbeit verortet.

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(c) Bundesagentur fur Arbeit
Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung




D a s r e c h t s k r e i s u b e r g r e i f e n d e I n t e g r a t i o n s k o n z e p t d e r B A


Im vorliegenden Leitkonzept werden folgende Elemente des Integrations-
konzeptes konkretisiert und geregelt:

a) 4-Phasen-Modell der Integrationsarbeit
b) Schnittstellen des 4-Phasen-Modells
c) Produktkatalog fur das 4-Phasen-Modell

zu a) Das 4-Phasen-Modell der Integrationsarbeit beschreibt die Geschafts- Bundesweites Refe-
prozesse der arbeitnehmerorientierten Integrationsarbeit und stellt damit ein renzsystem
bundesweites Referenzsystem dar, an dem sich das Handeln im Kernpro-
zess von Vermittlung und Beratung orientiert. Das vermittlerische Handeln
entlang des Referenzprozesses unterstutzt die Einhaltung der gesetzlich
geforderten Mindestanforderungen, eine hohe, bundesweit vergleichbare Individueller Unter-
Qualitat der Aufgabenerledigung und den Beitrag zur rechtskreisspezifi- stutzungsbedarf ist
schen Zielerreichung. Handlungsleitend ist dabei, dass der jeweilige, indivi- handlungsleitend
duelle Unterstutzungsbedarf des Kunden1die weitere Begleitung und Unter-
stutzung bei der (Re-)Integration bzw. Heranfuhrung an den Arbeitsmarkt
bzw. fur den Weg zur Reduzierung der Hilfebedurftigkeit bestimmen muss.
Die konkrete Ausgestaltung der Prozesse erfolgt unter Magabe der ge-
schaftspolitischen Zielsetzungen individuell und dem Einzelfall angemessen
vor Ort durch die Vermittlungsfachkraft in Zusammenarbeit mit dem Kunden.

zu b) Die arbeitnehmerorientierte Integrationsarbeit erfolgt niemals isoliert, Schnittstellen zum
sondern immer in Zusammenarbeit mit den relevanten Schnittstellenpart- AG-S, AD, PD und
nern. Im Fokus der Schnittstellen in der arbeitnehmerorientierten Vermitt- zur ZAV
lungs- und Integrationsarbeit steht der Austausch uber vermittlungs- und
beratungsrelevante Informationen und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt
sowie ein gemeinsames Verstandnis zur Daten- und Vermittlungsqualitat.
Die Festlegung zu den Schnittstellen konzentriert sich auf das Was", also
die Aspekte, die zu beachten und vor Ort verbindlich auszugestalten sind;
das Wie" dieser Ausgestaltung liegt in dezentraler Verantwortung. Nur so

1 Aus Grunden der Lesbarkeit wurde im Text die mannliche Form gewahlt, gleichwohl bezie-
hen sich die Ausfuhrungen auf Angehorige beider Geschlechter.
Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung
(c) Bundesagentur fur Arbeit
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D a s r e c h t s k r e i s u b e r g r e i f e n d e I n t e g r a t i o n s k o n z e p t d e r B A
wird man den Besonderheiten vor Ort gerecht. Im Einzelnen werden die
Schnittstellen zum Arbeitgeber-Service (AG-S), zum Arztlichen Dienst (AD),
zum Psychologischen Dienst (PD) und zur Zentralen Auslands- und Fach-
vermittlung (ZAV) beschrieben.

Produktkatalog im
zu c) Ein zentral uber das Intranet bereit gestellter Produktkatalog bietet
Intranet
Transparenz uber die Produkte des SGB II und des SGB III. Der Produktka-

talog ordnet diese Produkte daruber hinaus den jeweils fachlich korrespon-

dieren Handlungsstrategien des 4-Phasen-Modells zu und bietet damit eine

zusatzliche Strukturierungshilfe fur die handelnden Akteure.




Elemente des Integ- Folgende Elemente des Integrationskonzepts stehen in einer engen Wech-
rationskonzeptes
selwirkung zu den oben genannten Komponenten des 4-Phasen-Modells,
mit Wechselwirkung sind bzw. werden aber gesondert geregelt.
zum 4-Phasen-

Modell
d) Empfehlungen zum Produkteinsatz und zur Kontaktdichte
e) Fachliche
Fuhrung
f) Beratungsmethodik
und
Fachkunde

zu d) Die Bundesagentur fur Arbeit bietet zwei Produktkategorien an. Neben
den eigenstandig erbrachten Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen
Produkte: Aktive
stehen die Aktiven Forderleistungen, die teils eingekauft, teils durch die BA
Forderleistungen
erbracht oder aber uber den 2. Arbeitsmarkt zur Verfugung gestellt werden.
sowie Bera-
Konkrete geschaftspolitische Empfehlungen zum Produkteinsatz werden in
tung/Vermittlung
den Rechtskreisen spezifisch konkretisiert. Die Empfehlungen (SGB II) bzw.
Mindeststandards (SGB III) zur Ausgestaltung der Kundenkontaktdichten
gestalten dabei den Einsatz der selbstandig erbrachten Beratungs- und
Vermittlungsdienstleistungen aus. Die Anwendungsempfehlungen fur den
Einsatz von Aktiven Forderleistungen definieren dies fur den Bereich der
arbeitsmarktpolitischen Instrumente.

zu e) Eine effektive und effiziente fachliche Fuhrung stutzt sich auf geeigne-
Fachliche Fuhrung
te Kennzahlen zur operativen Steuerung und auf geeignete Formate zur
Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und an den Zielen ausgerichte-
ten Aufgabenerledigung. Die Konzepte zur Fachlichen Fuhrung der Integra-
tionsprozesse werden in den beiden Rechtskreisen gesondert spezifiziert.

zu f) Das Integrationskonzept ist als Geschaftsprozessmodell konzipiert und
Integrationskonzept ersetzt nicht das in der Erarbeitung befindliche Beratungskonzept der Bun-
und Beratungskon-
desagentur fur Arbeit. Integrationskonzept und Beratungskonzept sind voll-
zept sowie Fach-
standig anschlussfahig und bauen aufeinander auf: Das Beratungskonzept
kunde stehen im
wird dazu beitragen, die dem Integrationskonzept zugrunde liegenden me-
Wechselverhaltnis
thodischen Anforderungen besser zu bewaltigen und umzusetzen; insofern
erganzen und verstarken sich beide Ansatze wechselseitig. Das Integrati-
onskonzept baut zudem auf den fur die Integrationsarbeit erforderlichen
fachkundlichen Grundlagen auf.







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(c) Bundesagentur fur Arbeit
Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung




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1.3. Bedeutung fur die beteiligten Akteure
Die Bedeutung des Integrationskonzeptes lasst sich fur die am Prozess be-
teiligten Akteure wie folgt beschreiben:


Burger als Kunden

- Burger werden als Kunden mit einem Anspruch auf professionellen,
verlasslichen und freundlichen Service betrachtet.
- Kunden erhalten bei drohender bzw. eingetretener Arbeitslosigkeit
bzw. Hilfebedurftigkeit eine zeitnahe und kundenorientierte Dienst-
leistung, damit die eingetretene Problemlage schnellstmoglich besei-
tig werden kann.
- Systematische und strukturierte Geschaftsprozesse lassen die ein-
zelnen Schritte des Integrationsprozesses fur den Kunden nachvoll-
ziehbar erscheinen und verdeutlichen in gleichem Mae den vom
Kunden verbindlich zu leistenden Eigenbeitrag (Fordern") zur Uber-
windung der personlichen Problemlage wie auch den Beitrag des of-
fentlichen Arbeitsmarktdienstleisters BA (Fordern").
- In gleich oder ahnlich gelagerten Fallen erfahren Kunden eine faire
Gleichbehandlung, egal in welcher Dienststelle sie um Unterstutzung
bitten.


Vermittlungs- und Integrationsfachkrafte

- Das Integrationskonzept unterstutzt ein systematisches und struktu-
riertes Arbeiten mit dem Kunden in seiner individuellen Problemlage.
- Die Referenzprozesse sind ausgerichtet an den gesetzlichen Erfor-
dernissen und der geschaftspolitischen Zielerreichung des jeweiligen
Rechtskreises und bieten damit Handlungssicherheit und Orientie-
rung.
- Fur die Ausarbeitung und Umsetzung einer individuellen Integrati-
onsplanung mit dem Kunden bietet das Konzept Leitplanken zur Ori-
entierung, Handlungsalternativen und Unterstutzungsangebote sowie
dezentrale Ausgestaltungsfreiraume.
-
Die Unterstutzung durch einen strukturierten Geschaftsprozess stellt
sicher, dass Grunde fur die Gestaltung des Integrationsprozesses im
Einzelfall uber Zeit transparent sind, Ziele und Handlungsschritte
bleiben nachvollziehbar. Damit werden das eigene Handeln unter-
stutzt und Vertretungssituationen effektiver nutzbar.
- Die Bundelung von Integrationsfahrplanen uber Profillagen setzt ei-
nen ubergreifenden, uber den Einzelfall hinausgehenden Orientie-
rungsrahmen, befordert damit den fachlichen Austausch und stellt si-
cher, dass Kunden in gleichen - oder ahnlich gelagerten Konstellati-
onen bundesweit vergleichbare Dienstleistungen erfahren.


Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung
(c) Bundesagentur fur Arbeit
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Fuhrungskrafte

- Das Konzept unterstutzt Fuhrungskrafte im Rahmen des Planungs-
und Zielnachhalteprozesses und damit bei der Erreichung der ge-
schaftspolitischen Ziele.
-
Als Referenzmodell fur eine fachlich strukturierte und ergebnisorien-
tierte Arbeit unterstutzt das Konzept die operative Steuerung vor Ort.
Grundlegende Informationen fur eine regionale Kundenkontaktdichte
werden zur Verfugung gestellt. Operative Kennzahlen werden dar-
uber hinaus Ansatzpunkte fur zielgerichtete fachliche Steuerungsim-
pulse zur Zielerreichung und zur Einhaltung der gesetzlichen gefor-
derten bzw. fachlich erforderlichen Mindestanforderungen bieten.
- Strukturierung und Transparenz unterstutzen Fuhrungskrafte somit
bei der fachlichen Fuhrung ihrer Verantwortungsbereiche: die Nach-
vollziehbarkeit von Aktivitaten erleichtert die Qualitatssicherung im
Rahmen von Datenauswertungen, Hospitationen und Qualitatspru-
fungen von Bewerberprofilen.
-
Das Integrationskonzept unterstutzt eine effektive und effiziente Ein-
arbeitung neuer Mitarbeiter.


2. Das rechtskreisubergreifende Integrationskon-
zept der BA

2.1. Das 4-Phasen-Modell der Integrationsarbeit
Ein Modell fur alle
Das 4-Phasen-Modell der Integrationsarbeit findet fur samtliche Kunden An-
Kunden
wendung, fur die eine integrationsbegleitende Beratung und Vermittlung ge-
leistet wird. Es handelt sich dabei um Kunden der Allgemeinen Vermittlung
(erwerbsfahige Hilfebedurftige, Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte
und Arbeitsuchende) sowie um jene schwerbehinderte Menschen und denen
Gleichgestellte, die nicht Reha-Falle sind. Alle ubrigen Konstellationen wer-
den durch das Leitkonzept fur die Bereiche Ausbildungsvermittlung, berufli-
che Rehabilitation und Vermittlung von schwerbehinderten Menschen (Re-
ha)" abgedeckt.

Grundlage ist ein
Bei den prozessoralen Schrittfolgen der integrationsorientierten Arbeit ist es
strukturierter, sich
unerheblich, welchem Rechtskreis der Kunde angehort. Mit grundsatzlich
wiederholender
allen Kunden wird ein starken- und potenzialorientiertes Profiling durchge-
Problemlosungspro- fuhrt, es wird eine gemeinsame Zielfestlegung vorgenommen sowie ein ge-
zess
meinsamer Weg vereinbart, auf welche Weise und in welcher zeitlichen Per-
spektive das arbeitsmarktliche Ziel in Kooperation von Kunde und BA er-
reicht werden soll. Der Abschluss einer gemeinsamen Eingliederungsver-
einbarung bildet den verbindlichen Startpunkt fur die Umsetzung und eine
spatere Nachhaltung der vereinbarten Vorgehensweise. Jedes anschlieen-
de Folgegesprach dient somit der Uberprufung des vereinbarten Umset-
zungs- bzw. Integrationsfahrplans sowie der Beurteilung von moglichen In-
tegrationsfortschritten bzw. -ruckschritten und hat damit einen direkten
Ruckkopplungseffekt auf die Auspragungen des Profilings. Dem 4-Phasen-
Modell liegt somit ein zirkularer, sich stetig wiederholender Prozess zugrun-
de, der dem Ziel dient, Arbeitslosen, Arbeitsuchenden und erwerbsfahigen
Hilfebedurftigen eine ziel- und ergebnisorientierte Wiedereingliederung in
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(c) Bundesagentur fur Arbeit
Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung




D a s r e c h t s k r e i s u b e r g r e i f e n d e I n t e g r a t i o n s k o n z e p t d e r B A
den Arbeitsmarkt zu ermoglichen und die aus Beitrags- und Steuermitteln zu
finanzierenden passiven Leistungen zu reduzieren.

2.1.1. Erste Phase: Profiling durchfuhren
Ein fundiertes Profiling stellt die wesentliche Ausgangsbasis fur die gemein-
same Integrationsarbeit von Kunde und Vermittlungsfachkraft dar.

Im Rahmen des Erstgesprachs wird seitens der Vermittlungsfachkraft mit
Blick auf den Zielberuf/die Zieltatigkeit, dem/der auf Basis der bisherigen Ausrichtung Profi-
Tatigkeit(en) die besten Integrationschancen eingeraumt werden, zunachst ling auf Zielbe-
eine Starkenanalyse vorgenommen. Diese Starkenanalyse dient der Erfas- ruf/Zieltatigkeit
sung der beruflichen Kompetenzen und der ubergreifenden Kompetenzen,
die im Bewerberprofil in den entsprechenden VerBIS-Masken erfasst wer-
den. Mit Abschluss der Starkenanalyse steht ein matchingfahiges Bewer- Starkenanalyse
berprofil zur Verfugung, das unmittelbar an samtlichen bundesweiten Such-
laufen teilnehmen kann.


In einem zweiten Schritt werden dann gemeinsam mit dem Kunden jene
Potenziale erhoben, die einer Vermittlung bzw. Integration mit Blick auf den
Zielberuf/die Zieltatigkeit im Wege stehen und an denen im Rahmen der Potenzialanalyse
Integrationsarbeit systematisch gearbeitet werden muss. Bei dieser Betrach-
tung wird zwischen vermittlungsrelevanten Handlungsbedarfen unterschie-
den, die entweder in der Person des Kunden oder aber in seinem personli-
chen Umfeld liegen.

Bei der Betrachtung des Personlichen Profils werden Handlungsbedarfe
entlang der drei Schlusselgruppen Qualifikation", Leistungsfahigkeit" und
Motivation" erhoben. Die Betrachtung des Umfeld-Profils erfolgt entlang der
Schlusselgruppen Rahmenbedingungen" und Arbeits-/ Ausbildungsmarkt- Vermittlungsrelevan-
bedingungen". Entscheidend fur die Feststellung integrationsrelevanter Po- ter Handlungsbedarf
tenziale ist dabei immer, ob ein tatsachlich der Integration im Wege stehen- mit Blick auf Zielbe-
der vermittlungsrelevanter Handlungsbedarf bezogen auf den Zielberuf/die ruf ist magebend
Zieltatigkeit (auf Basis der bisherigen Tatigkeit(en) mit den besten Integrati-
onschancen) vorhanden ist. Nur dann wird ein Handlungsbedarf festgehal-
ten, aus dem sich folgerichtig immer auch eine notwendige Handlungsstra-
tegie ableitet. Solange ein Handlungsbedarf nicht eindeutig feststellbar ist,
werden entsprechende Aktivitaten zur Feststellung eingeleitet und ein ent-
sprechender Vermerk im Kommentarfeld der Schlusselgruppe hinterlegt, so
dass im Folgegesprach eine Plausibilisierung erfolgen kann. Eine Ausnahme
besteht lediglich hinsichtlich der Schlusselgruppe Spezifische Arbeits-/ Aus-
bildungsmarktbedingungen", da gunstige oder ungunstige Auspragungen
dieser Schlusselgruppe nicht direkt zu Handlungsstrategien fuhren, sondern
Hinweise fur eine besonders aufmerksame Analyse der Schlusselgruppe
Rahmenbedingungen" (Merkmale Ortliche Mobilitat" und Familiare Situati-
on und Betreuungsverhaltnisse") sowie der Schlusselgruppen Motivation"
enthalten sowie ggf. die Neuausrichtung des Zielberufes. Die aus der Poten-
zialanalyse heraus abrufbare Berechnungshilfe Arbeitsmarktchancen
(BAC)" unterstutzt die Vermittlungsfachkraft bei der Einschatzung der Ar-
beitsmarktchancen und der Festlegung des Zielberufes/derZieltatigkeit (sie-
he dazu HEGA 01/08 - 04 - IT-Verfahren PP-Tools, Teilverfahren BAC
(Berechnungshilfe Arbeitsmarktchancen).


Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung
(c) Bundesagentur fur Arbeit
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D a s r e c h t s k r e i s u b e r g r e i f e n d e I n t e g r a t i o n s k o n z e p t d e r B A


Integrationsprogno-
Die gesamthafte Betrachtung von Starken- und Potenzialanalyse erfolgt in
se auf Basis des
der Standortbestimmung. Im Abgleich von Starken und Potenzialen in Bezug
Abgleichs von Star-
auf den relevanten Zielberuf/Zieltatigkeit nimmt die Vermittlungsfachkraft an
ken und Potenzialen dieser Stelle eine Einschatzung vor, ob und in welchem Zeitraum die Integ-
rationschancen uber Fordern oder Fordern erhoht werden konnen. Dabei
wird in einem ersten Schritt unterschieden, inwieweit auf Basis der festge-
stellten Starken und Potenziale eine Integration in den 1. Arbeitsmarkt bzw.
ein Abgang innerhalb von 12 Monaten realistisch/wahrscheinlich ist oder
aber nicht. Ist eine Integration in den 1. Arbeitsmarkt/ein Abgang binnen 12
Monaten realistisch bzw. wahrscheinlich, wird von einem integrationsnahen
Profil gesprochen. Ist dies nicht realistisch bzw. wahrscheinlich, handelt es
sich um eine komplexe Profillage.

Profillage fasst Ge-
Die Profillagen beschreiben somit - vergleichbar einem Koordinatensystem
samtschau von In-
- den Zusammenhang von zeitlicher Integrationsprognose (= Starkenbe-
tegrationsprognose
trachtung) und vermittlerisch relevanten Handlungsbedarfen (= Potenzialbe-
und Handlungsbe-
trachtung). Insgesamt ergeben sich danach sechs Profillagen. Markt-, Akti-
darfen zusammen
vierungs- und Forderprofile beschreiben integrationsnahe Profillagen; Ent-
wicklungs- Stabilisierungs- und Unterstutzungsprofile beschreiben komplexe
Profillagen:

1.
Marktprofile weisen keine vermittlungsrelevanten Hand-
lungsbedarfe in den Schlusselgruppen auf und haben in
der Regel eine Integrationswahrscheinlichkeit in den 1.
Arbeitsmarkt von bis zu 6 Monaten.
2.
Aktivierungsprofile weisen vermittlungsrelevante Hand-
lungsbedarfe in der Schlusselgruppe Motivation" auf
und haben eine Integrationswahrscheinlichkeit in den 1.
Arbeitmarkt von bis zu 6 Monaten. Diese Profile bedur-
fen primar der Aktivierung (Fordern"), ihre Qualifikation
wird am Arbeitsmarkt prinzipiell nachgefragt, aber sie
bewegen sich ggf. in einem fur ihre Situation ungunsti-
gen regionalen und/oder fachlichen Arbeitsmarkt; ggf.
muss eine berufliche Alternative erarbeitet oder die Be-
reitschaft zur Mobilitat/ Flexibilitat erhoht werden.
3.
Forderprofile weisen vermittlungsrelevante Handlungs-
bedarfe in einer der drei Schlusselgruppen Qualifikati-
on", Leistungsfahigkeit" oder Rahmenbedingungen"
(alle drei Schlusselgruppen tangieren den Bereich For-
dern") auf und haben eine Integrationswahrscheinlich-
keit in den 1. Arbeitsmarkt von bis zu 12 Monaten. U-
bersteigt die Integrationsprognose allein deshalb zwolf
Monate, weil der Kunde eine Umschulung bzw. FbW-
Manahmen nach 77 SGB III i.V.m. 16 Abs. 1 SGB
II von mehr als 9 Monaten durchlaufen soll, ist der Fall
dem Forderprofil zuzuordnen. Auch nach absolvierter
Forderung ist ein Kunde im Rahmen der Handlungsstra-
tegie Absolventenmanagement" immer noch als For-
derprofil zu fuhren.


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(c) Bundesagentur fur Arbeit
Leitkonzept fur den Bereich Arbeitsvermittlung


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