Matrikelnummer:...................................
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl fur BWL, insb. Organisation und Management
Prof. Dr. Michael Kosfeld
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl fur BWL, insb. Personalwirtschaft
Prof. Guido Friebel, Ph.D.
A
Klausur zur Veranstaltung Basiskurs Management
25. Juli 2008
Bearbeitungshinweise:
Die folgenden Aufgaben sind vollstandig zu bearbeiten. Es konnen insgesamt maximal 80
Punkte erzielt werden. Der Losungsweg muss stets erkennbar sein; andernfalls konnen wir
keine Punkte geben. Die Bearbeitungszeit betragt 90 Minuten.
Multiple-Choice Aufgabe:
Pro Frage ist nur eine Antwort richtig. Pro richtige Antwort erhalten Sie einen Punkt, fur jede
falsche Antwort wird ein Punkt abgezogen.
Die Klausur ist vollstandig abzugeben.
Viel Erfolg!
Hilfsmittel: Nicht-programmierbarer Taschenrechner.
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Aufgabe 1 (16 Punkte)
Auf einem Markt stehen zwei Unternehmen (A und B) im Mengenwettbewerb zueinander.
Beide Unternehmen besitzen die gleiche Kostenfunktion
(
c q ) 60q .
i
i
Die inverse Nachfragefunktion fur beide Unternehmen lautet:
p 180 q .
Weder Unternehmen A noch Unternehmen B haben Fixkosten.
a) Stellen Sie das Profitmaximierungsproblem von Unternehmen A auf. (2 Punkte)
MAX
120q q2 q q
!
(2 Punkte)
A
A
A
A
B
b) Wie lauten die Reaktionsfunktionen von Unternehmen A und B? (3 Punkte)
1
1
RF :
q 60
q
;
RF :
q 60
q
A
A
B
2
B
B
A
2
(3 Punkte)
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c) Bestimmen Sie das Cournot-Nashgleichgewicht (Menge, Preis, Profit). (4 Punkte)
q* q* 40
A
B
p* 180 ( 40 40 ) 100
(4 Punkte)
*
*
1600
A
B
d) Ist das Cournot-Nashgleichgewicht aus Branchensicht effizient, d.h. maximieren die
Unternehmen den Gesamtprofit? Begrunden Sie Ihre Antwort. (4 Punkte)
Nein!
(1 Punkt)
Gemeinsam auf Monopolmenge einigen ware effizienter
Beide wurden sich besser stellen
(2 Punkte)
Monopoloptimum:
*
q ;
60
*
p
;
120
M
3600
A,B
1800
(1 Punkt)
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e) Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Ergebnis im Bertrandwettbewerb. Wie lasst
sich der Unterschied in den Ergebnissen interpretieren? (3 Punkte)
Bertrandmodell: 0 ; p GK (1 Punkt)
Unterschied: Im Bertrandwettbewerb ist jedes Unternehmen in der Lage die gesamte
Marktnachfrage zu bedienen (keine Kapazitatsbeschrankungen)
Anreiz zur gegenseitigen Unterbietung (1 Punkt)
Cournotmodell: reduzierte Form eines zweistufigen Spiels:
1. Stufe: UN wahlen Kapazitaten
2. Stufe: UN wahlen Preise
(1 Punkt)
Aufgabe 2 (16 Punkte)
Betrachten Sie folgende Marktsituation mit zwei Perioden: Auf einem Markt mit L=100
Konsumenten ist bisher eine Firma I (Incumbent") etabliert. In der ersten Periode ist Firma I
alleine auf dem Markt und kann einen Monopolpreis von p
5 setzen und so einen
M
Perioden-Gewinn von 500 erwirtschaften. Nun befurchtet Firma I jedoch einen potentiellen
Markteintritt der Firma E (Entrant") in der zweiten Periode. Um Firma E vom Markteintritt
abzuschrecken, uberlegt Firma I die Strategie Limit pricing" anzuwenden. In diesem Fall
wurde sie in der ersten Periode einen Preis p 1 setzen, was ihr einen Perioden-Gewinn
L
von 100 einbrachte. Tritt Firma E in der zweiten Periode ein und wahlen beide den
Preis p 1 , macht jede von ihnen einen Perioden-Gewinn von 50 . Wahlen beide
L
stattdessen einen Preis p 2 , so erzielen sie zusammen einen Perioden-Gewinn von 200
W
und teilen sich den Markt. Firma E muss bei Eintritt Fixkosten in Hohe von 60 zahlen.
a) Illustrieren Sie die strategische Interaktion zwischen den beiden Firmen anhand eines
Spielbaums. Tragen Sie die resultierenden Payoffs in den Spielbaum ein. (4 Punkte)
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P = 1
150, -10
L
Eintritt
I
E
P = 2
W
150
200 , 40
P = 1
,
L
Kein
Eintritt
600, 0
I
P = 1
550, -10
L
P = 5
Eintritt
I
M
E
P = 2
W
600, 40
Kein
Eintritt
1000, 0
P = 1
150, -10
L
Eintritt
I
E
P = 2
W
150, 40
P = 1
L
Kein
Eintritt
600, 0
I
P = 1
550, -10
L
P = 5
Eintritt
I
M
E
P = 2
W
600, 40
Kein
Eintritt
1000, 0
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b) Bestimmen Sie das teilspielperfekte Nashgleichgewicht und illustrieren Sie das
Gleichgewicht im Spielbaum. Ist Limit pricing" rational? Begrunden sie Ihre
Antwort. (4 Punkte)
Teilspielperfektes Gleichgewicht:
1. Stufe: Firma I wahlt p
M
2. Stufe: Firma E tritt immer ein und Firma I wahlt immer p
(3 Punkte)
W
Nein, Limit pricing" ist nicht rational, da aggressiv niedrige Preise nicht glaubwurdig sind!
(1 Punkt)
c) Nennen Sie zwei mogliche Grunde, warum Limit pricing" in der Realitat unter
Umstanden doch beobachtet werden kann. (2 Punkte)
Mogliche Erklarung:
- Firmen handeln irrational.
(1 Punkt)
- Unsicherheit des Entrants uber tatsachliche Nachfrage oder tatsachliche Grenzkosten des
Incumbents.
(1 Punkt)
d) Angenommen Firma E tritt in den Markt ein. Beide Firmen bieten dann horizontal
differenzierte Guter an und stehen im Preiswettbewerb zueinander. Analysieren Sie
den Wettbewerb anhand des Hotelling Modells. Gehen Sie dabei von einer
Produktlinie der Lange 1 aus, auf der alle Konsumenten gleichmaig verteilt sind.
Firma I ist an der Stelle 0 platziert, Firma E an der Stelle 1. Die Firmen haben keine
Produktionskosten. Die Konsumenten tragen lineare Transportkosten in Hohe von
2 D . Ermitteln Sie das Nashgleichgewicht in diesem Markt und zeigen Sie, dass
beide Firmen im Gleichgewicht tatsachlich den oben ermittelten Preis setzen und
damit den entsprechenden Gewinn machen. (6 Punkte)
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Standort des kritischen Konsumenten:
p
RF :
p 1
E
I
I
2
p
RF :
p 1
I
E
E
2
*
*
1
100 2 100
I
E
2
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Aufgabe 3 (10 Punkte)
Zur Bundelung von Aufgaben. Bitte fassen Sie sich kurz und pragnant.
a) Nennen Sie Vor- und Nachteile von Spezialisierung in der Aufgabenvergabe.
(3 Punkte)
Vorteile:
Ausnutzen der comparative advantage" und Skalenertrage
Niedrige Trainingskosten
Nachteile:
Verlust von Komplementaritaten zwischen Aufgaben
Koordinationskosten
Funktionale Kurzsichtigkeit
Niedrige Flexibilitat
b) Welches Problem wurde von IBM Credit durch die Schaffung von case workers"
gelost? (2 Punkte)
Vorher:
Uberprufungeines Kreditantrages und Preisverhandlungen getrennt
Das alte System war gut als nur wenig Wettbewerb auf dem Markt herrschte und
Geschwindigkeit nicht so entscheidend war.
Dann:
Re-engineering" mit Prinzip Case worker", welcher fur die meisten Aufgaben fur einen
Vorgang verantwortlich ist.
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c) Im Telekomunternehmen A gibt es einen gemeinsamen Instandhaltungsservice fur
Telefonie und Internet, im Unternehmen B sind diese getrennt. Beschreiben Sie die
moglichen Probleme bei Firma B. (2,5 Punkte)
Da es zwischen Internet und Telefonie gibt es technologische Interaktionen (gemeinsame
Quellen und Probleme),
daher sollten Kunden nicht gezwungen sein, mit zwei Leuten zu sprechen um das gleiche
Problem zu losen.
Anreizproblem: Jeder Agent mag versuchen, die Verantwortung auf den anderen zu
schieben.
d) Unter welchen Umstanden sollte eine Unternehmung von Funktional (U) Form zu
einer multi-divisionalen (M) Form wechseln? (2,5 Punkte)
Wachstum
Breiteres Sortiment an Produkten
Volatiler Markt
Hohes Innovationspotential
M-Form entwickeln als Antwort auf massive Marktveranderungen und Innovationsdruck
(Duopont, Alfred Chandler)
Vorteil:
Moglichkeit mit neuen Dingen zu experimentieren in M-Form
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Aufgabe 4 (10 Punkte)
Der Prinzipal P hat einen Mitarbeiter A, der ein Gut im Auftrag von P nur durch seine
Arbeitskraft herstellt. Die Nutzenfunktionen des P und des A sind:
U (
q l ) p w ;U w (
c l ) .
p
A
Wobei (
q l ) die Menge des Gutes, p 5
,
1 der Preis auf dem kompetitiven Gutermarkt, w
der Lohn des A und (
c l ) sein Arbeitsleid (disutility of labor") sind.
Nehmen Sie an, dass l , die tagliche Arbeitszeit, von A gewahlt und entweder 8, 9 oder 10
Stunden betragen kann. Weiter gilt: wenn l 8 , dann ist c 100 , q 100 ; wenn l 9 ,
dann c 110 , q 110 ; wenn l 10 , dann c 130 , q 120 . P bietet A einen Vertrag an,
den A entweder annimmt oder ablehnt. Lehnt A ab, so erhalt er einen Reservationsnutzen von
0.
a) Nehmen Sie zunachst an, dass l durch P beobachtbar ist. Welcher Vertrag
(Kombination aus Menge und Lohn) maximiert den Nutzen des P? (3 Punkte)
Wenn P die Arbeitszeit von l beobachten kann: w c
(1 Punkt)
Daraus ergibt sich: max
U q p (
c l ) !
P
Vergleich:
Fur l 8 U 50 .
P
Fur l 9 U 55 .
(1 Punkt)
P
Fur l 10 U 50 .
P
P wahlt Vertrag Fur l 9 und w 110 .
(1 Punkt)
b) Nehmen Sie nun (und fur den Rest der Aufgabe) an, dass l nicht von P beobachtet
werden kann. Was geschieht, wenn P dem A den gleichen Lohn wie unter a) anbieten
wurde? (1 Punkt)
A wurde sein Arbeitsleid minimieren und daher l 8 , wenn moglich l 8 wahlen.
(0,5 Punkte)
P wurde weniger Gewinn/Nutzen haben.
(0,5 Punkte)
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